Boney M.: Wie der Auftritt im Musikladen „Daddy Cool“ berühmt machte

Boney_M_DVD_Box_Packshot_3DNicht nur der Discosound von „Daddy Cool“ bescherte Boney M. den großen Durchbruch, die Gruppe bot auch was fürs Auge: Neben den originellen Outfits der drei Sängerinnen war dies vor allem der quirlige Tanzstil von Bobby Farrell. Unter all ihren TV-Auftritten stach besonders einer hervor…

Text: Ernst Hofacker

Ganz so unaufhaltsam wie es im Rückblick erscheint verlief der Aufstieg von Boney M. nicht. Zunächst nämlich lag „Daddy Cool“ im Sommer 1976 wie Blei in den Regalen. Das Radio wollte von der Single nicht recht Notiz nehmen. Und Frank Farian, der um das vielversprechende Potenzial seines Projektes wusste, fragte sich rund um die Uhr, wie er seine bis dahin noch unbekannte Gruppe ins Fernsehen bringen und Boney M. damit die nötige Aufmerksamkeit verschaffen konnte.

Im September endlich schaffte es der Produzent, seine Schützlinge in einer wichtigen TV-Show unterzubringen: Am 18. September debütierten Boney M. mit „Daddy Cool“ in der 28. Folge des „Musikladen“, platziert wurden sie dabei zwischen so unterschiedlichen Acts wie dem Britrocker Dave Edmunds und der irischen Pop-Elfe Dana. In Zeiten, als es in der Bundesrepublik lediglich drei Programme und kaum Musiksendungen gab, war dies zweifelsohne die große Chance – und Boney M. nutzten sie: Während die drei Sängerinnen Maizie Williams, Marcia Barrett und Liz Mitchell in ihren bodenlangen, regenbogenfarbenen Kleidern einer präzisen Choreographie folgten, gab der in einen futuristischen Goldlamé-Anzug gewandete Bobby Farrell das aufgedrehte Duracell-Häschen. Unaufhörlich verbog er seine Gliedmaßen, ständig war er in Bewegung, blickte wie ein irrer Derwisch um sich und brummte doch jedes Mal pünktlich zu seinem Einsatz „She’s crazy like a fool“ ins Mikrophon. Farrells Tanzstil wurde zum wichtigen Markenzeichen von Boney M., Läster¬zungen sprachen schmunzelnd von der Gesangsgruppe mit dem „Vorturner“.

Dieser und der zwei Tage später, am 20. September folgende Auftritt in der „Plattenküche“ des WDR machten „Daddy Cool“ zum Hit und bescherten Boney M. den Durchbruch: In der Woche nach der Ausstrahlung wurden in Westdeutschland sage und schreibe 100.000 Singles verkauft.

Hier einige der wichtigsten TV-Auftritte von Boney M., wie sie auf der 3-DVD „Diamonds“ zu sehen sind – ergänzt um illustre Promoclips und bislang unveröffentlichte Konzertmitschnitte, darunter das letzte Boney-M.-Konzert 1984 in Sun City, Südafrika:

„Daddy Cool“, „Musikladen“ (ZDF), September 1976:

 

„Belfast“, „Pop 77“ (ZDF), 1977:

 

„Ma Baker“, BBC Four, Dezember 1977:

 

„Rasputin“, „Top Of The Pops“ (BBC), 1978:

 

► WEITERLESEN: Boney M.: Neue Remixe zum 40. Geburtstag!

„Diamonds“ als einzigartige 3CD-, 3DVD- oder Fan-Box 

Nun gibt es zum 40-jährigen Jubiläum der Debütsingle „Baby Do You Wanna Bump“ den definitiven Karriererückblick: Am 30. März kommt „Diamonds“ als 3-CD-Box mit sämtlichen Hits in chronologischer Reihenfolge sowie diversen neuen Remix-Versionen. Die Deluxe-Edition in einer speziellen Fan-Box überrascht zudem mit einer zusätzlichen „Bootleg“-CD, weiteren neuen Remixes, einem T-Shirt und vielem mehr. Parallel dazu ist die 3-DVD-Box „Diamonds“ mit historischen TV-Auftritten, Promoclips und bislang unveröffentlichten Konzertmitschnitten erhältlich, darunter das letzte Boney-M.-Konzert, das 1984 in Sun City, Südafrika, aufgezeichnet wurde.

BoneyM_Fanbox_Inhalt(2)

Boney M. – „Diamonds“ | 3-CD-Box

BoneyM_Album_Packshot_3D_verkleinert

CD 1
1. Baby Do You Wanna Bump, Pt. 1 – 7′ Version
2. Daddy Cool
3. No Woman No Cry
4. Sunny
5. Ma Baker – 7′ Alternate Version
6. Belfast
7. Rivers of Babylon – 7′ Alternate Version
8. Brown Girl in the Ring – 7′ Alternate Version
9. Rasputin – 7′ Version
10. Painter Man
11. Mary’s Boy Child / Oh My Lord – 7′ Version
12. Dancing in the Streets – 7′ Version
13. Hooray! Hooray! It’s a Holi-Holiday – 7′ Version
14. Gotta Go Home – 7′ Version
15. El Lute – 7′ Version
16. Bahama Mama – 7′ Version
17. I’m Born Again – 7′ Version
18. I See a Boat on the River – 7′ Version
19. My Friend Jack – 7′ Version

CD 2
1. Children of Paradise – 7′ Version
2. Gadda-Da-Vida – 7′ Version
3. Felicidad (Margherita) – 7′ Version
4. Malaika
5. Consuela Biaz – 7′ Alternate Version
6. We Kill the World – 7′ Version
7. The Carnival Is Over (Goodbye True Lover) – 7′ Alternate Version
8. Going Back West – 7′ Version
9. Jambo – Hakuna Matata (No Problems) – 7′ Version
10. Somewhere in the World – 7′ Version
11. Exodus (Noah’s Ark 2001) – 7′ Version
12. Kalimba De Luna – 7′ Version
13. Happy Song – 7′ Version
14. My Cherie Amour
15. Young, Free and Single – 7′ Version
16. Bang Bang Lulu – 7′ Version
17. Stories – Radio Mix
18. Papa Chico – Rap Version
19. Barbra Streisand (The Most Wanted Woman) – Radio Mix

CD 3
1. Song of Joy – Single Edit
2. Running Man (Frankie’s on the Run)
3. Sunny – John Munich & Thorsten Skringer Radio Sax Edit
4. Nightflight to Venus – Blank & Jones Remix
5. Ma Baker – Blank & Jones Radio Remix
6. Daddy Cool – Nick Raider Radio-Mix
7. Kalimba De Luna – Bassflow de Luna Mix
8. Rasputin – Bassflow 4.0 Mix
9. Rivers of Babylon – Echolot Fox Mix
10. Daddy Cool – Jay Frog & Amfree Remix
11. Sunny – John Munich & Thorsten Skringer Extended Sax Mix
12. Sunny – Blank & Jones Summer Vibe Remix
13. Rivers of Babylon – Nick Raider Club Party Mix
14. Kalimba De Luna – Bassflow de Luna Instrumental Mix
15. Rasputin – Bassflow 4.0 Remix

 

Boney M. – „Diamonds“ | 3-DVD-Box

Boney_M_DVD_Box_Packshot_3DDVD 1
Alle großen TV-Auftritter aus den kultigen TV-Shows wie
Top of the Pops (BBC)
Musikladen (ARD)
Formel Eins (WDR)
u.v.a.

DVD 2
Das Konzert 1978 Live in Dublin vom irischen Fernsehen
Außerdem das SOPOT Festival von 1979 Live in Polen

DVD 3
Das legendäre und letzte Konzert von Boney M. in Sun City (Süd-Afrika)
+Bonus Material

Weitere Artikel

Jeff Lynne’s E.L.O.: Zeitreise in die 70er

Jeff Lynne, Kopf des Electric Light Orchestra, kann stolz sein: Sein neues Studioalbum „Alone In The Universe“ entwickelt sich zum bemerkenswerten Triumph, der dem Mastermind endlich auch die Anerkennung von Kritikern und jungen Künstlern beschert. Was macht diesen Eigenbrötler plötzlich so besonders? Text: Ernst Hofacker Wenige Musiker können auf eine erfolgreichere....
Mehr lesen

Ilja Richters „disco“: vom Starkarussell zur Kultmarke

Wohl keine TV-Sendung der 1970er-Jahre ist so sehr zum Kultobjekt geworden: Von 1971 bis 1982 moderierte Ilja Richter die „ZDF disco“ und sagte dort die Elite der internationalen Popszene an. „Licht aus, Spot an!“ – ein Blick zurück auf die Entstehung, die Kuriositäten und Absurditäten der „disco“. Text: Ernst Hofacker ► Direkt....
Mehr lesen

EUROPA feiert Jubiläum: Erinnerungen an 50 Jahre Kinderzimmer-Highlights

Seit einem halben Jahrhundert ist EUROPA die unangefochtene Nummer eins im Hörspielbereich. Egal ob Winnetous Abenteuer, die spannenden Fälle der „drei ???“ oder die Fußball-Geschichten der „Teufelskicker“ – die Traditionsmarke mit dem rot umrandeten Logo begeistert nach wie vor Jung und Alt. Wir haben für Sie die wichtigsten Meilensteine zusammengetragen: Text:....
Mehr lesen

Kult forever: „disco“ feiert 45. Geburtstag!

Als „disco“ im Jahr 1971 an den Sendestart ging, ahnte niemand, dass dies der Beginn einer Legende sein würde. Tatsächlich aber entwickelte sich die Show zu einer der langlebigsten Kultmarken der 1970er-Jahre. Das Geburtstags-Package „45 Jahre disco“ erinnert nun an die großen Hits jener Ära und zeigt, dass „disco“ heute lebendiger....
Mehr lesen

Boney M.: Woher stammen die Sonnenschein-Hits ursprünglich?

Jeder kennt „Rivers Of Babylon“, „Sunny“, „Mary’s Boy Child“ und „Ma Baker“: Sie alle zählen zu den größten Hits der 1970er-Jahre. Produzent Frank Farian sammelte für seine Aufnahmen Originale aus aller Welt zusammen und verlieh den Vorlagen aus Tunesien, Amerika und der Karibik den unwiderstehlichen Boney-M.-Groove. Text: Ernst Hofacker Der Mann....
Mehr lesen